
Beim Ebbe und Flut-System wird der Reitboden von unten bewässert und entwässert – auf Grundlage des Kapillarprinzips. Das bedeutet: Die Feuchtigkeit steigt durch die Kapillaren des Sandes in die obere Tretschicht auf oder wird über die Kapillaren des Sandes wieder abgeführt.
Auf einer wasserdichten Folie werden Drainagerohre ausgelegt, die an mindestens einem außerhalb der Reitfläche stehenden Regulierungsschacht angeschlossen sind. Über die Drainagerohre wird die Tretschicht aufgebaut. An dem Hauptregulierungsschacht wird eine Steuerung gesetzt, die über einen Druckaufnehmer im Schacht den Feuchtigkeitsgehalt in der Tretschicht reguliert – nach dem Prinzip der kommunizierenden Röhren: Der Feuchtigkeitsgehalt im Reitboden entspricht dem Höhenniveau im Regulierungsschacht.
Anstausystem ist die technische Bezeichnung für das Ebbe und Flut-System. Anders als bei einer Beregnung von oben wird Wasser in den Drainagerohren gezielt angestaut, sodass die Feuchtigkeit über die Kapillaren des Sandes in die Tretschicht aufsteigt.
Der Druckaufnehmer misst kontinuierlich den Wasserstand im Regulierungsschacht und damit auch den Feuchtigkeitsgehalt in der Tretschicht. Weicht der gemessene Wert von dem über die Steuerung eingegebenen Soll-Wert ab, wird durch Zuführen oder Abführen von Wasser der gewünschte Feuchtigkeitsgehalt vollautomatisch wiederhergestellt.
Das Risohorse® Ebbe und Flut-System wurde für alle gängigen Einsatzmöglichkeiten im Pferdesport entwickelt: Außenreitplätze, Reithallenböden, Longierzirkel, Longierplätze, Trainingsgaloppbahnen und Paddocks. Die Disziplinen umfassen Dressur, Springsport, Fahrsport und Polosport – sowohl für Privatanlagen als auch für Turnieranlagen.
Ja. Über die Steuerung kann das Ebbe und Flut-System den individuellen Anforderungen der jeweiligen Reitsportdisziplinen und Einsatzmöglichkeiten angepasst werden.
Der Standardaufbau der Tretschicht besteht aus zwei Sandschichten: der Drainagesandschicht und der oberen Tretschicht. Insgesamt hat die Tretschicht eine Aufbauhöhe von ca. 30 cm.
Wir verwenden nur Sande, die unseren Anforderungen an die Qualitätsmerkmale – Feinanteile und Korngrößen – entsprechen. Sofern die Sande den technischen Vorgaben entsprechen, ist der Bezug über regionale Anbieter möglich. Gerne prüfen wir dabei auch mögliche Kontakte Ihrerseits.
Seit dem Bestehen der Dammann Reit- und Sportplatzbau GmbH verwenden wir sowohl im Inland als auch im Ausland eine PVC-Folie mit 0,5 mm Stärke. Die Hersteller der Folie sind anerkannte internationale Unternehmen wie Sika oder Riflex. Die Konfektionierung der Folie erfolgt über unseren Zulieferer.
Wir verwenden PE-Vollsickerrohre DN 110.
Je nach Beschaffenheit des Sandes, der für die obere Tretschicht verwendet wird, ist der Einsatz von Zuschlagstoffen notwendig, um die Scherfestigkeit des Sandes sicherzustellen. Dabei sind wir bemüht, den Anteil an Zuschlagstoffen so gering wie möglich zu halten. Welche Zuschlagstoffe und welche Mengen sinnvoll sind, besprechen wir mit Ihnen im Rahmen der Planung.
Der tägliche Pflegeaufwand ist deutlich geringer als bei konventionellen Reitböden, weil die Feuchtigkeitsregulierung vollautomatisch läuft. Notwendig bleiben das Abäppeln, das Entfernen von Laub oder Fremdkörpern und das regelmäßige Fahren mit dem Bahnplaner. Die Oberfläche sollte je nach Nutzungsintensität in vereinbarten Abständen wieder nivelliert werden.
Zum Winter hin wird der Feuchtigkeitsgehalt im System auf einen niedrigeren Winter-Wert abgesenkt. Der Reitboden sollte vor dem einsetzenden Frost mit dem Bahnplaner glatt gezogen werden, um Unebenheiten zu vermeiden. Genauere Informationen erhalten Sie bei der Einweisung nach Fertigstellung.
Der Wasserverbrauch hängt von Platzgröße, Standort und Witterung ab. Da das System nur dann nachspeist, wenn der Feuchtigkeitssensor einen Bedarf meldet, ist der Verbrauch im Vergleich zur Oberflächenberegnung geringer. Einen pauschalen Wert nennen wir bewusst nicht, weil zu viele individuelle Faktoren einfließen.
Die Lebensdauer der Sandschichten hängt von der Nutzungsintensität und der regelmäßigen Pflege ab. Bei ordnungsgemäßem Betrieb können die Sandschichten viele Jahre genutzt werden. Wann ein Austausch sinnvoll ist, lässt sich anhand des Zustands der Tretschicht beurteilen – wir stehen dabei beratend zur Seite. In der Regel wird dabei die obere Tretschicht ausgetauscht. Der ausgetauschte Sand kann je nach Beschaffenheit oft für andere Zwecke weiterverwendet werden.
Welche Arbeiten von Ihnen übernommen werden können, werden im Rahmen eines Gesprächs mit Ihnen abgestimmt. Oft wird der Untergrund bauseits gestellt. Vor Ort erforderlich sind ein Stromanschluss (die genaue Anforderung an Volt und Ampere wird projektspezifisch angegeben), ein Wasseranschluss mit ausreichendem Druck sowie ein Abwasseranschluss. Das überschüssige Wasser kann in die Kanalisation, eine Zisterne oder ein geeignetes Versickerungsfeld abgeleitet werden – die sinnvollste Lösung besprechen wir in der Planungsphase.
Brunnenwasser ist grundsätzlich möglich. Bei erhöhtem Eisengehalt und verunreinigtem Wasser empfehlen wir einen vorgeschalteten Filter.
In der Regel sind Reitplätze genehmigungspflichtig und unterliegen je nach Bundesland und je nachdem, ob der Reitplatz im Außen- oder Innenbereich gebaut werden soll, unterschiedlichen rechtlichen Anforderungen. Wir empfehlen, dies frühzeitig mit der zuständigen Baubehörde zu klären und sich kompetente Unterstützung dafür zu holen.
Die Bauzeit hängt von Platzgröße und dem Vorlauf der Erdarbeiten ab. Nach Abschluss der Erdarbeiten ist der Einbau des Risohorse® Systems in der Regel zügig möglich. Nach Fertigstellung kann der Reitboden sofort genutzt werden. Im Abnahme- und Einweisungsgespräch teilen wir Ihnen mit, worauf zu Beginn nach Fertigstellung zu achten ist, bis der Reitboden sich vollständig gesetzt hat.
Die Kosten hängen von der Größe der Fläche, dem Standort, der Bodenbeschaffenheit und den gewünschten Zusatzausstattungen (Umrandung, Zuschlagstoffe) ab. Wir nennen keine Pauschalpreise, weil sie selten der Realität entsprechen. Nehmen Sie Kontakt mit uns auf – wir erstellen Ihnen gerne ein unverbindliches Angebot auf Basis erster Kennzahlen: Reitplatzgröße und Standort.
Das Risohorse® Ebbe und Flut-System wurde Ende der 1990er Jahre von Klaus Dammann entwickelt. Die Dammann Reit- und Sportplatzbau GmbH baut und vertreibt das System seitdem kontinuierlich weiter.
Ja. Zu unseren Referenzen zählen Anlagen im In- und Ausland – neben privaten Anlagen auch internationale Turnieranlagen. Auf der Referenzseite finden Sie eine Auswahl.
Die konkrete Ausgestaltung ist Bestandteil des Angebots und Vertrags. Nehmen Sie direkt Kontakt mit uns auf, wenn Sie detaillierte Informationen benötigen.
Ja. Wir stehen Ihnen auch nach der Fertigstellung des Reitbodens bei Fragen und für Servicearbeiten zur Verfügung. Je nach Ihrem Bedarf und den Rahmenbedingungen können die Servicearbeiten in unregelmäßigen Abständen durchgeführt oder auch in festen Abständen vereinbart werden.